Rasse – Berber

 Entstehung

Das Berberpferd gehört zu den ältesten Pferderassen der Welt. Bereits vor 4.000 Jahren wanderten unterschiedliche Bevölkerungsgruppen nach Nordafrika ein. Sie brachten ihre Pferde wie Mongolen und Tarpan mit, formten unter den harten Lebensbedingungen das nordafrikanische Pferd, die Urform des Berbers. Seine Bezeichnung erhielt er von den Griechen, die Numidier und Libyer im antiken Afrika kannten diesen Begriff für ihre Pferde nicht. Als alte Kriegs- und Jagdpferde zeichneten diese Pferde bereits die Eigenschaften aus, die wir heute noch schätzen: Nervenstärke, Robustheit und Treue.
Die Pferde der Numidier waren geschätzt von den Karthagern, zogen mit Hannibal nebst Elefanten über die Alpen, eroberten Troja und waren an vielen Schauplätzen der damaligen Welt beliebt und gefürchtet. Es waren lange Jahrhunderte die einzigen brauchbaren Reitpferde, die man besaß. In Europa kannte man zu der Zeit nur schwere, kaltblutverwandte Pferde vor dem Wagen. Erst Jahrhunderte später bekamen die arabischen Pferde Bedeutung, etwa 500 n. Chr. als Mohamed der Prophet die Pferdezucht fest im Koran verankerte. Da waren die Berber bereits seit fast 2.000 Jahren bekannt.
Während der islamischen Eroberung im 7. und 8. Jahrhundert wurden Berber wahrscheinlich mit Arabern gekreuzt. So züchtete die Bevölkerung in Nordafrika schon vor über 1000 Jahren die ersten Araber-Berber. Durch gezielte Kreuzung erhielt man eine eigene Rasse, die auf unvergleichliche Weise die Vorteile dieser beiden Ursprungsrassen vereint. Araber-Berber vereinen den Mut, die Nervenstärke, Robustheit und Treue des Berbers mit der Schnelligkeit, Ausdauer und Schönheit des Araberpferdes. Der reine Berber wurde so fast verdrängt und gilt heute als vom Aussterben bedroht.

Araber-Berber-Hengst in klassisch
marokkanischer Zäumung

     
Verbreitung

Die am weitesten verbreitete Pferderasse im gesamten nordafrikanische
Raum ist mit über 95% der Araber-Berber, gefolgt vom Anglo-Araber, dem Vollblutaraber und dem Berber. Die Heimat des Berbers ist Nordafrika, genauer die drei Maghreb-Staaten Tunesien, Algerien und Marokko.
 
Jedoch findet man auch in den angrenzenden Staaten wie Mauretanien und Libyen Araber-Berber und Berber. Das riesige Zuchtgebiet bietet den Pferden einen sehr  unterschiedlichen Lebensraum. Fruchtbare Täler gehören ebenso zu den Verbreitungsgebieten wie Hochebenen und Gebirge. Weiter im Süden in wüstenähnlichen Gegenden findet man hingegen eher Kamele, da dort die Futtergrundlage für Pferde fehlt.
In Ländern wie Spanien, Frankreich und Italien ist das Araber-Berber-Pferd bereits seit längerem bekannt und erfreut sich dort genauso sehr großer Beliebtheit. Auch in Deutschland, der Schweiz und anderen europäischen Ländern finden Araber-Berber immer mehr Anhänger!
     

Massiver kräftiger Hals
Gerader oder konvexer Kopf
Kräftiger Bug
Solides korrektes Fundament

Sehr starker Rücken
Langer akzentuierter Widerrist
Schräge Kruppe
Tiefer Schweif

     
Verwendung und Reiteigenschaften

Diese Pferde werden wegen ihres tollen Charakters und ihrer Töltveranlagung von der marokkanischen Königsfamilie sehr geschätzt. Auch in diesem 4. Gang präsentiert sich der Araber-Berber mit ansprechender, aber nicht übertriebener Aktion und bewegt sich in einer Manier, die es ihm ermöglicht, diesen Gang auch während eines längeren Rittes ohne größere Anstrengung beizuhalten. In Marokko reitet man eben mal morgens 30 km zum nächsten Wochenmarkt und am selben Tag zurück, da benötigt man schon ein bequemes Pferd!
Es gibt kaum eine Disziplin der Reiterei und des Fahrens, wo der Berber und Araber-Berber nicht einzusetzen wäre. Das Multitalent profitiert hierbei von seiner natürlichen Versammlung, seiner Intelligenz und den leichtfüßigen bequemen Gängen.
     


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